von Marvin vor 3 Jahren am 19.05.2016

Polieren mit Mikrofaserpads in 4 Schritten

So holst du das Maximale aus deiner Exzentermaschine raus

Unten im Beitrag findest du ein Video, indem ich die optimale Fahrgeschwindigkeit demonstriere

Schon seit ein paar Jahren arbeite ich mit Mikrofaserpads auf einer Exzentermaschine. In meinen Fall eine Rupes Duetto 12 mit 12mm Hub. Die Vorteile sind enorm:

  • oftmals höhere Abtragsleistung als eine Rotationsmaschine mit Fell und Schleifpaste
  • das Risiko des durchpolieren der Ecken und Kanten ist wesentlich geringer als bei einer Rotationsmaschine
  • es staubt nicht, bzw. nur in seltenen Fällen
  • auch für Anfänger bestens geeignet

Jedoch ist der Umgang mit Mikrofaserpads nicht ganz einfach. Es gibt ein paar Grundregeln die man unbedingt beachten sollte. Schritt 1 wiederholt sich nur, wenn du ein neues Mikrofaserpad nimmst bzw. es wechselst. Schritt 2-4 wiederholt sich ständig.

#1 - Pad mit Politur einmassieren

Das ist der erste und wichtigste Schritt. Das Mikrofaserpad muss vollständig mit Politur bedeckt sein. Es reicht nicht wenn man einfach nur ein bisschen mehr Politur aufs Pad gibt. Es muss richtig Vollgesogen sein. Dazu werden erstmal ein paar Ringe Politur aufs Pad aufgetragen...

... die dann mit den Finger einmassiert werden. Ob du dabei ein Handschuh trägst, bleibt dir überlassen. Im Sicherheitsdatenblatt (MSDS) zur Meguiars D300 steht "Mild Skin Irritation: Signs/symptoms may include localized redness, swelling, and itching.". Als Hautschutz wird lediglich erwähnt, dass man längeren und anhaltenden Kontakt mit der Haut vermeiden soll: "8.2.2 Skin Protection - Avoid prolonged or repeated skin contact"

Jede Faser ist nun mit Politur bedeckt - nur so funktioniert das Mikrofaserpad richtig.

Es eignet sich aber nicht jede Politur. Die besten Erfahrungen habe ich mit der Meguiars D300, auch bekannt als Microfiber Cutting Compound gemacht. Alternativ geht auch die Meguiars Ultimate Compound sehr gut.

#2 - Politur auftragen / Politurmenge

Grundsätzlich wird auch hier mehr Politur benutzt als sonst üblich. Anstatt der 4 Erbsengroße Politurkleckse kommen nun 8-10 Stück aufs Mikrofaserpad. Unabhängig davon ob das Pad vorher mit Politur einmassiert wurde! Heißt: solltest du ein frisches Pad mit Politur einmassiert haben muss du darauf auch nochmal 8-10 Kleckse Politur auftragen!

#3 - Polieren

Auch hier gibt es wieder massive unterschiede zum klassischen Schaumstoffpad. In der Regel nimmt man etwas Geschwindigkeit raus. Verfahrgeschwindigkeit sowie Maschinendrehzahl. Für mich hat sich die Drehzahleinstellung auf der 12er Rupes auf Stufe 5-5,5 eingependelt. Zudem ist es wichtig, dass man das Polierfeld sehr langsam abfährt. Sieh dir dazu am besten das Video an, welches du unten im Bericht findest.

Druck wird überhaupt nicht ausgeübt! Höchstens 1-2 KG zur Stabilisierung der Maschine. Das habe ich zu genüge getestet - wird mehr gedrückt wird die Lackoberfläche zu heiß - mehr Abtragsleistung gibt es nicht.

Da man so langsam fährt, reichen 2-3 Kreuzstriche. Das ist jedoch von der Politur abhängig - die Meguiars D300 kommt damit sehr gut zurecht.

#4 - Pad reinigen

Das Pad muss nach jeden Poliervorgang gereinigt werden. Hört sich im ersten Moment nach sehr viel Aufwand an, ist aber nach ein paar Polierfeldern absolute Routine und geht sehr schnell. Man entfernt so den abgetragenen Klarlack aus den Fasern und stellt diese Gleichzeit wieder auf. Das ist besonders wichtig, da die Mikrofasern nicht arbeiten, wenn diese platt gedrückt sind wie im nächsten Bild zu sehen:

Die Reinigung geht am besten mit einer Bürste. Ich lasse dafür die Maschine für ca. 4-5 Sekunden laufen und ziehe die Bürste von Innen nach Außen. Das genügt um die Fasern wieder aufzustellen und den abgetragenen Klarlack zu entfernen. Es muss nicht unbedingt eine Bürste aus dem Autopflegezubehör sein - eine normale Nagelbürste reicht auch aus.

Hast du auch diesen Schritt erledigt, fängt alles wieder bei Schritt #2 an.

So geht es weiter

Für ein ganzes Fahrzeug brauchst du 3-5 Mikrofaserpads. Anders als bei Schaumstoffpads verlieren die Mikrofaserpads nicht ihre Abtragsleistung je mehr man damit poliert. Jedoch neigen diese ab einer gewissen Zeit zum Stauben. Sollte das passieren, muss das Pad gewechselt werden und du fängst wieder bei Schritt #1 an. Es ist aber auch Problemlos möglich ein ganzes Fahrzeug mit nur einem Mikrofaserpad zu polieren - Voraussetzung dafür ist, dass das Pad nicht staubt.

Bist du fertig mit einem Pad muss es gereinigt werden. Das beste Reinigungsergebnis wird von Hand erzielt - Mikrofaserpads sind in der Regel nicht geeignet für die Waschmaschine. Die Ronny-Methode eignet sich hervorragend zum reinigen der Pads.

Finish?

Mir persönlich gefällt das Finish von Mikrofaserpads nicht. Bei den Cutting-Pads erwarte ich hohe Abtragsleistung und gehe davon aus, dass ich noch mit einer Hochglanzpolitur den Mikrofaserpad-typischen Grauschleier runterpolieren muss. Hier ein Beispiel für den Grauschleier (auf der linken Seite wurde dieser schon mit Schaumstoffpad + Hochglabzpolitur entfernt):

Deswegen meine Empfehlung:

  • hoher Cut: Mikrofaserpad
  • schönes Finish: Schaumstoffpad mit Hochglanzpolitur

Alternativ zur bebilderten Anleitung, habe ich ein Video erstellt:

Benutzt du auch schon Mikrofaserpads, oder gehts du immernoch den altmodischen weg - Rotationsmaschine, Fell und Schleifpaste?

  • Marvin
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    Marvin Mieth betreibt die Fahrzeugpflege seit 2008 und bietet professionelle Aufbereitungen seit 2010 in 46284 Dorsten gewerblich an. Als Gründer von glossboss.de gibt er Anfängern sowie Fortgeschrittenen und Profis Tipps und Tricks und blogt über allgemeine Themen der Autopflege. Als einer der wenigen in Deutschland, ist er autorisiert die Versiegelung Crystal Serum von GTechniq zu verarbeiten.

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