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von Jones vor 3 Jahren am 14.07.2016

BMW M6 Coupe (F13)

Einmal mit Profis arbeiten

Moin Glossbosse!

Vor ein paar Wochen rief Rolf an, er bräuchte Garagen-Asyl und auch gern meine Mithilfe - es ginge um einen BMW M6 voller Hologramme. Ein BMW in Garching bei München weiterentwickelt und nun mit verpfuschten Lack auf den Straßen der Welt unterwegs? Rolf, komm vorbei!
Insgeheim hatte ich auf den Vorgänger gehofft, der schaut zwar nicht sonderlich gut aus, hat aber ein richtig geniales Herz - äh Triebwerk. Den V10 Sauger hätte man nicht durch den aktuellen V8 BiTurbo ersetzen dürfen...

Innenraum

Rolf kümmerte sich daheim zuerst um selbigen, welcher im gepflegten Zustand war aber dennoch 2-3 Mängel aufwies.

Leichter Staub, Fingerabdrücke

Das meiste ließ sich weg saugen, für festsitzenden Staub gibt es von ValetPRO "Foam Detailing Brushes" - Schaumstoffpinsel am Stiel

Im Fussraum wurden die Pedale und Türeinstiege mit etwas ValetPRO AllPurpose Cleaner und Bürste gereinigt.

Hauptaugenmerk im Innenraum war eindeutig das Leder.
Gerade mal 23.000km auf dem Tacho und schon erste Abnutzungserscheinungen. Natürlich leidet die Seitenwange hier besonders stark - lassen das "Dakota-Leder" jedoch früh billig wirken.

Gereinigt wurde das Leder mit dem Colourlock Lederreiniger mild

Leider fanden sich auch ein paar Macken.

Und auch kleine Abschürfungen.

Abkleben, bei Bedarf mit dem Lederschleifpad anschleifen, mit Lederreininungsbenzin entfetten und dann mit Colourlock Leder Fresh (schwarz F034) tupfend nachfärben. Um das noch junge Leder besser zu schützen hatte Rolf noch die Colourlock Leder Versiegelung und Leder Pflege aufgetragen.

Wäsche

Keine 700m entfernt liegt Rolf's Stamm-Waschbox, technisch als auch optisch gut und gepflegt. So bin ich dann mit'm VW Scirocco nach Telgte um diesen und gemeinsam mitm Rolf den M6 zu waschen. Rolf begann mit den 20 Zoll Felgen.

Ich erfreute mich derweilen noch am Carbondach und schoss ein paar Fotos.

Bis auf diese Hinterlassenschaft fand sich im Grunde nur ...

Aufgewirbelter Staub und Pollen.

Fugen, Fensterleisten und Türeinstieg wurden mit ValetPRO AllPurposeCleaner (APC) in der Mischung 1:10 und einem Pinsel gereinigt.

Alles abdampfen.

Und einschäumen, mit dem SnowFoam aus der Waschbox-Lanze.

Gewaschen hatten wir den Lack mit ValetPRO Concentrated Car Shampoo und Lupus Premium Waschhandschuhen, welche nicht zu langfaserig sind und den aufgenommenen Dreck gut wieder abgeben. Für mich einer der besten Waschhandschuhe.

Auswasch- und Shampoo-Eimer, schonende Zwei-Eimer-Wäsche.

Um noch verbliebene Lackanhaftungen wie Insekten, Baumharz, Teer und Flugrost vom Lack zu holen griff Rolf zur blauen und milden Magic Clean Lackreinigung-Knete, als Gleitmittel diente ihm ValetPRO CitrusBling in der Mischung 1:16. Dem Pflegezustand entsprechend saß nicht viel auf dem Klarlack.

Ein letztes mal den Lack gründlich abspülen, auch den Waschplatz-Boden um diesen zu hinterlassen wie jeder es sich wünscht (Restguthaben aufgebraucht).

Getrocknet wurde mit zwei Lupus 900 Mikrofasertüchern von 90x60cm.

Daheim beim Rolf wurde sein Waschzeug ausgeladen und der Lack begutachtet.
Einmal mit Profis arbeiten :D

Felgen

Es war Freitag Nachmittag, Rolf hatte den M6 inzwischen bei mir in der Garage abgestellt und wollte sich noch seinem heimischen Fuhrpark widmen. So konnte ich mich noch um die Felgen kümmern, bei denen eigentlich nur die Klebereste der Auswuchtgewichte beseitigt werden sollten.

Naja, wenn außen noch Reste sind, wird dem sicherlich auch innen so sein ...
Um dort nun gescheit agieren zu können wurde das Dickschiff kurzerhand aufgebockt, zum Makita Akku-Schlagschrauber gegriffen und ne Runde geknattert.

Rad ab, Rad ab, ich hab nen Rad ab - oder so ähnlich :D
Innenbelüftete und gelochte Bremsscheiben im Pizzatellerformat, die Kraft von 560 Pferdchen und 680 Nm Drehmoment soll auch sicher entschleunigt werden. Greift man noch tiefer in die Tasche und kreuzt die Carbon-Ceramic Bremse an, bekommt man Scheiben in Familienpizzen-Größe und muss im Winter mindestens 19 Zoll fahren.

In dem genannten innenbelüfteten Stahlreibring sammelt sich aufgrund der vielen Bohrungen vorzüglich das Wasser und macht bei der ersten Fahrt Rolf's Arbeit vom Waschplatz wieder zunichte.
Also erneut säubern, mit ValetPRO DragonsBreath 1:1 (Flugrostentferner) und AutoFinesse Imperiale 1:10 (Felgenreiniger) und Vikan Felgenbürste.

Gesäubert konnten nun die unschönen Kleber-Reste mit einem Folienradierer beseitigt werden. Tipp: Geringe Drehzahl, dafür ehr mit Druck arbeiten.

Mit etwas Klebstoffentferner nachwischen, fertig.

Felge demontiert und sauber, es bietet sich eine Versiegelung an.
Altbewährt und gut, Finish Kare 1000P Hi-Temp Paste Wax. Dünn auftragen, ablüften lassen und abwischen, dauert keine 5min pro Felge.

Noch fix mit dem FinshKare Reifendressing versehen, so mögen wir das.

Es gibt sie glücklicherweise doch noch, Mitmenschen die Nabenabdeckungen noch ausrichten - Gefällt mir! :)

3 von 4 Felgen wollten nicht so runter wie sie sollten, Rost an der Nabe / Zentrierring, diesen abbürsten oder abschleifen (selbiges in der Felge) und die Fläche dünn mit Anti-Scheisse (Seize) oder Keramikpaste bestreichen.

Die Bremssättel kann man natürlich auch noch gründlicher reinigen und anschließend mit dem Finish Kare 1000P versiegeln.
Radhaus hätte man noch reinigen können, ist in meinen Augen aber vergebene Mühe.
Rad montiert, Radbolzen mit entsprechendem Drehmoment schön über Kreuz angezogen, weiter zum nächsten.

DragonsBreath @ work

Lohnt sich ;)

Die vorderen Felgen sind stolze 9,5Jx20 groß mit einer Einpresstiefe von 31 und mit 265/35R20 99Y Reifen bestückt.
Hinten sind es derer 10,5Jx20 ET:19, mit 295/30R20 101Y Reifen - mehr Gummi, mehr Traktion und somit mehr Vortrieb, hr hr hr.

Defektkorrektur

Werfen wir mal das Messjerät an, 119µm hat es zwischen Messsonde und Karosserie (gesamter Lackaufbau), wovon nur etwa 20-30µm Klarlack sein dürften - also etwa nen Streifen Tesafilm ausm Büro, nicht besonders dick oder? ;)

Alle Messwerte lagen im Rahmen, nichts nachlackiert oder nennenswert dünnschichtig.

Einmal mit Profis arbeiten :D

... ist jener Grund der ganzen Aktion - Mit Fell geht schnell ...

Und da der herrliche 3D-Effekt dieser Profi-Hologramme auf den Foto weniger aussagekräftig ist gibt es hier das passende Video:

50/50

Vorher

Nachher

Poliert wurde mit meiner persönlichen Lieblingspaste, der menzerna 2500. Selbstredend mit der Flex 14-2 150 und orangenen Lake Country Pads (Light Cutting), moderater / führender Druck und Drehzahl um die 1200-1300 Umdrehungen die Minute. 3 Kreuzstriche, also 3x das Polierfeld von oben nach unten und von links nach rechts durcharbeiten.

An schmalen Stellen nutzten wir 75/77mm Pads mit entsprechendem Stützteller

Und natürlich auch die Rupes Nano, mit gelben 40mm Pads.

Auch ideal für die Tür / Dachleisten in "Shadow-Line"-Finish.

Der alte Wagenheber ging mir auf den Keks, gutes Werkzeug ist die halbe Miete.
Wagen anbocken, schon arbeitet es sich an der Seite einfacher.

Beifahrer-Tür

Und Rolf's Fahrer-Tür ...

Wer hoch hinaus möchte muss nen Hocker nutzen, sollte aber auch den Lack schützen.

So gefällt uns das schon deutlich besser, kein Tankstellen-oder Händler Pfusch mehr, Saphirschwatt wie es soll.

Umso defektfreier der Lack, desto besser der Glanz.

Auch die Spoiler-Kante war arg verschrammt.

Bisken Show muss sein :D

Nachdem der Lack fertig poliert war, wurde alles mit Gyeon Prep gereinigt.

Ab ans Tageslicht, das Ergebnis kontrollieren.
Läuft :)

Für ///Mehr Tiefenglanz, Brillanz, etwas mehr Glätte und ein hologrämmchenfreies Finish wurde die Rupes Duetto geschwungen, gelbes Rupes Pad und als Anti-Hologrammpolitur und Primer nutzten wir zwei das CarPro Essence.

Anschließend kam das Gyeon Prime auf das Schlachtschiff.
Hatte Rolf einen Bereich im Kreuzstrich versiegelt, wurde es Zeit den Überschuss abzunehmen. Bei dem Wetter ging das Ablüften des Coatings zügig von statten.

Saphirschwarz, hach wenn es nur Carbonschwarz wäre so würde ich das Asyl um Jahre verlängern. :D

Ein entscheidendes Detail fehlte noch, pardon derer vier.
Die Flächen wurden mit Autosol Metallpolitur und einem Tuch gemacht, die Kante mit der Rupes Nano und blauem (Fliegenschwamm-)Pad.

Fertig!

Lecker :)

Sehr geil war die Güte des Carbon-Daches, nahezu keine Orangenhaut oder Textur vom Gewebe (beim CSL sah man dieses ganz gut).
Weniger lecker war die Orangenhaut, Nick ist nahezu verpixelt.

Irgendwie habe ich diese Ecke liebgewonnen, trotz "adipöser" Begleiterscheinung :)

Soo, Zeit für ein feines Feierabend-Pilsken, Prost Glossbosse!

Tags drauf ließ Rolf es sich nicht nehmen und wollte noch ein paar krönende Fotos machen.
Es war zwar trocken, aber leider ein tristes Grau am Himmelszelt...

Ich hoffe der Bericht und die Fotos gefallen euch, Kommentar unten im Discus-Feld oder via Facebook würde uns freuen. Selbiges bei Fragen, nur keine Scheu.

Wer mit'm Rolf in Kontakt treten mag klicke diesen Link: rs-carcosmetics.de

Danke und glänzende Grüße aus dem schönen Münsterland,
Jones, alias Johannes

  • Jones

    Die erste Poliermaschine hielt Johannes (Münster) im Jahr 2007 in seinen Händen, die enthusiastische Autopflege ist Hobby und unverzichtbarer Teil sein Lebens geworden. In jungen Jahren wurde Samstags Bundesliga im Radio gehört und nebenbei der 123er Mercedes „gewaschen". Die Liebe zur perfekten Oberfläche begann mit einer Tischler-Lehre, während seiner späteren Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker fand er eine kleine Metabo-Poliermaschine im Lager und ab da war es um ihn geschehen, kaum etwas vor ihm sicher. Vieles selbst erlernt, reichlich Erfahrungen gesammelt, stets Arbeiten & Abläufe verbessert. Vertieft wurde das Ganze durch Internet und dort angetroffenen „Lackfetischisten“, hier entwickelten sich auch Freundschaften und gemeinsame Projekte - das Ergebnis ist dieser Blog.

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