von Jones vor 3 Jahren am 12.05.2016

BMW M3 CSL

Gtechniq veredelt - CSL hoch 2 + EXO

Moin Glossbosse!

Wie mancher von euch vielleicht weiß bin ich einem automobil gewordenem Traum ganz besonders zugeneigt, dem BMW M3 CSL. Von Mitte bis Ende 2003 baute BMW in Regensburg jene um etwa 110kg abgespeckte Version des normalen M3 (E46) und spendierte dem legendären S54 6 Zylinder seine unbeschreiblich herrlich klingende Freiatmigkeit samt weiteren Komponenten aus dem Motorsport. Coupé-Sport-Leicht trifft es vortrefflich, reifere Semester unter uns erinnern sich bestimmt noch an den legendären BMW 3,0 CSL, dem Urahn dieses ebenso zeitlos schönen Sportgerätes, als auch Sammlerstückes.
Wer mehr über den 1634 mal gebauten M3 CSL lesen mag sollte unbedingt die Seite vom "Dr.Nagano" besuchen: m3csl.net

Vor gefühlten Jahrzehnten, wenn nicht Jahrmillionen hatte ich bereits das unbeschreiblich große Vergnügen den CSL eines Freundes für eine Woche bei mir daheim zu haben, ihn zu genießen und natürlich auch zu pflegen - Alex ich bin dir SOOOO DANKBAR!!!
BMW M3 CSL - blau foliert

Nun sprach Chris mich an, wir zwei hatten uns damals sehr zufriedenstellend um sein Valencia-Oranges 1M Coupe gekümmert, das müssen wir am CSL ebenso vollbringen. Besagtes Ergebnis am 1M war einem themennahen Forum zu pornös - so verbannte man dort jenen Bericht (und auch mehr). :D
Wer sich die Fotos nochmal zu Gemüte führen mag: ///Maximum Perversum

BMW M3 CSL meets Gtechniq CSL + EXO

Willkommen im Jetzt. Vergangenes ist passé, Vergangenes gehört abgekärchert - pardon der ist nun im Plastikpumpen-Himmel angekommen und gehört somit -wer hätte es gedacht- der Vergangenheit an ...
Somit zückte Chris seine Neuanschaffung aus dem Hause Kränzle und befreite den Wagen vom gröbsten Unrat.

Chris scheint dem allseits bekannten Kaufrausch verfallen zu sein, Materialauswahl vom Feinsten! 2 GritGuard Eimer mit Dolly (Fahrgestell mit Rollen), Microfiber Madness Incredimitt in blau und grau, ebenso das Incredipad. Also Shampoo diente das ValetPro Concentrated Car Shampoo.

Es wurden alle Flächen und Drecknester gewaschen, ebenso das markante Loch in der Vollcarbon-Front, freie Atemwege ;)

Bin heute noch triefend feucht wenn ich an einen CSL denke :D

Vorn wie hinten, ebenso Kennzeichenmulde, Türeinstiege, Carbondiffusor...

In einem Wascheimer hatte Chris das neue GritGuard Waschbrett (Washboard) eingesteckt, so muss man nicht mehr bis tief in den Eimer eintauchen um den Waschhandschuh abzustreifen. Persönlich komm ich ganz gut ohne klar.

Nach der Wäsche wurde abgespült und mit der blauen Magic Clean-Knete der Lack von verbliebenen Anhaftungen befreit. Als Gleitmittel diente reichlich Shampoowasser, keine Detailer-Silikon-Mischung die vor der späteren Coating-Orgie schlicht gesagt kontraproduktiv ist.

Ein letztes Abspülen der Flächen und Fugen.

Mangels Lackschutzes stand das Wasser flächig auf selbigem, somit brauchten wir 2 große Trockentücher. Ein großes 90x60cm Lupus 900 Mikrofasertuch zum vortrocknen, ein Microfiber Madness DryMeCrazy im Nachgang.

Die CSL-Felgen wurden mit einem älteren Lupus 380 getrocknet.

Zuletzt vor etwa 6 Jahren aufbereitet und nun gut 60.000km auf dem Tachometer, leichte Defekte vom Nutzen, Waschen und nicht zuletzt auch durchs Kneten.

Quer zur Fahrtrichtung, somit Waschkratzer.

Dem Leichtbau sei Dank gibt es den CSL nur mit Kohlefaserdach (CFK). Klar lackiert und daher herrlich anzuschauen.
Die Fugen der Dachleisten lassen sich gut und einfach mit dem Hochdruckreiniger ausspülen, liebe Trocken"wäscher" glaubt ihr noch immer euren Wagen gut zu pflegen?

Kommen wir zur Defektkorrektur

435µm - also 0,435mm- liegen zwischen dem Schichtstärkenmessgerät und der Alu-Haube, wovon ein Großteil in diesem Fall eine sehr dicke Steinschlagschutzfolie ist.

Leider gibt es an diesem CSL 1-2 Treffer zu verzeichnen. 3 Striche des Grauens, Lackstärke nicht mehr messbar.

Etwas weiter gibts wieder Messwerte, mit dem fast Zehnfachen eines gewöhnlichen modernen Lackaufbaus.

Im Schnitt lagen die Werte bei etwa 100µm (Mikrometer, bzw. "Mü").

Da die Haube samt Front foliert sind wichen wir für den "Testspot" auf den Kofferraumdeckel mit prägnantem "Bürzel" aus.

Beide mit der Flex 14-2 150 und 3M Stützteller.
Chris mit orangenem Pad von Rot-Weiss und ich mit meinen geliebten 165mm Lake Country Pads, ebenso orange und folglich das "Light Cutting Pad". Als Politur diente die menzerna 2500, gute Defektkorrektur und Finish. Drehzahlen der rotierenden Poliermaschinen lagen knapp über die 3, also etwa 1200 Umdrehungen die Minute - wenn ich mich nun nicht irre, das Etikett erlag dem Hitzetod.

50/50

Besagte Waschkratzer, jeder mechanische Kontakt hinterlässt seine Spuren. Wie sagt man so schön: "Steter Tropfen höhlt den Stein."
Unten poliert, oben ganz ungeniert.

Hier gut zu sehen der nun 6 Jahre reifende Grauschleier.

Fröhnt voller Tatendrang, Eifer und Leidenschaft dem Hobby - der Chris.
So muss wohl auch sein Töchterchen entstanden sein, Gott ist die Kleine süß! Muss an der Mutter liegen, hehe.

Stellenweise wurde geschliffen und der Bereich entsprechend aufpoliert.

Die Rupes Nano kam zwischendurch immer mal wieder zum Einsatz, wie hier am Spiegeldreieck.

Und Stellen die im direkten Sichtbereich des Fahrers liegen, Innenseite Außenspiegel.

Bisher sah es bei mir oft so aus, das Ergebnis war stets okay, ...

Aber mit feinerem Werkzeug gelingt es einem leichter den Grad der Perfektion höher zu schrauben.
"It's all about the details", Details entscheiden.
Co-Autor Mark hat sich eine Westfalia-Anhängerkupplung -sorry Mini-Akku-Poliermaschine- gegönnt. Es wird hoffentlich in Bälde zu einem Direkt-Vergleich kommen und sich die Frage beantworten ob sie die "bessere" von beiden Maschinen ist.

Nah an die Fensterleisten, vor der Rupes Nano habe ich mich dazu verleiten lassen mit dem "fliegenden" großen Pad(rand) auf der Flex über solche Bereiche zu fahren, habe dabei immer ein gewisses Risiko in Kauf genommen den Lack dort zu schädigen.
Zum Glück nie Probleme mit der bisherigen Arbeitsweise gehabt, aber mit der Nano und den 40mm Pads sind solche Bereiche einfach eleganter zu meistern.

Silbergrau wie es soll, bis auf Orangenhaut und einzelne verbliebenen Gebrauchsspuren.

Am Heckbürzel litt die hintere Kante ganz besonders unter einem Auto-Pyjama, welcher richtig über den Wagen gespannt wurde. Ein locker aufgelegtes Molton-Tuch (Tischdecken, Bühnenbau, Fotostudio) schützt in geschlossenen Räumen ohne zu kratzen und ist klimaneutral.
Vorsichtig mit 3000er Kovax anschleifen und immer im Hinterkopf: Aufgrund der Oberflächenspannung sind Kanten oft dünnschichtiger als die Flächen, also auch schneller durch geschliffen.

Und aufpoliert.
Mit dem 40mm Pads und dem grünen Rota-Adapter läuft die Nano bei mir auf Stufe 2, vergleichbar der Umdrehungen die wir auf der Flex fahren (ca.1200U/min).

Bei Kennzeichenmulden kommt man mühelos bis in die Ecken und selbst die hier stehenden Kanten sind klein Problem.
Erst außen rum den Rand, ...

dann mit dem 12mm Exzenter-Adapter und dem 70mm Pad die Flächen.

Ganz nebenbei wurde die Rundenzeit von 7:50min auf dieser Schweinskopf-förmigen Insel unterboten. Mit der hochdrehenden Rupes Nano konnte man die heutzutage nicht mehr regulär befahrbare Steilstrecke nutzen! Im Adenauer Forst hatten wir jedoch fasst einen Abflug auf Betriebsmittel, fahrt vernünftig und rechnet immer mit Fehlern anderer!

Wenn ihr Aufkleber poliert sammelt sich am Rand immer Politur, lasst diese einfach trocknen und greift später vorm Versiegeln / Wachsen zu einem Holzzahnstocher. Ohne Druck einfach die Kanten entlang fahren und den Staub abwischen.

Aufgebockt lässt es sich einfacher arbeiten.

Auch Reifen lassen sich so einfacher und vollumfänglich mit Dressing versehen. Natürlich nicht die Laufflächen! ;)
Genutzt hatte Chris ein Chemical Guys Zeug, das weg muss...

Teilweise wurde nachlackiert. Den Farbton zu treffen ist die eine Kunst, die andere das Finish.
Hier war es letzteres was misslang.

Als Chris mit seiner Beifahrerseite fertig war konnte ich die Bereiche unterhalb der Türleisten entspannt angehen und polierte bis zum Heck.

Und dort auch den Carbon-Diffusor.

Die folierte Haube und Front kamen zum Schluss, Chris und nun mit dabei ein Freund wollten die Rupes Duetto mit 12mm Hub / Auslenkung ausprobieren. Die Scheinwerfer wurden etwas mitpoliert, für mehr Glanz und Klarheit.

Für Engstellen wie sollte es anders sein...

Guuut soweit, nochmal alles mit CarPro Ereaser reinigen und sich am Lack erfreuen.

Material fürs folgende Coating griffbereit platziert.

Versiegeln

Wie sollte es anders sein? CSL sollte es für den CSL werden!

Anfangs ne halbe Pipette in das mitgelieferte Auftragspad, später etwa 4-5 Tropfen pro Arbeitsbereich. Lieber zuviel als zu wenig, Geiz ist nicht immer geil, zumal wir eine gewisse (wenn auch nur dünne) Schichtstärke aufbauen wollen.

Im Kreuzstrich verteilen. Ein Arbeitsbereich lag bei etwa einem viertel Dach, halbe Tür, usw.

War ich mit einem Bereich fertig, begann Sven entspannt mit Gyeon Suedtuch den Bereich abzuwischen, Chris folgte mit einem Bereich Abstand und Lupus All Purpose.
Eine merkliche Glätte setzt beim Crystal Serum Light leicht verzögert ein, die beiden konnten zweifelsfrei spüren wo bereits versiegelt war. Die Verarbeitung war wieder sehr angenehm und der Verbrauch lag bei etwa 10ml.

Die Stunden vergingen wie im Flug, eigentlich sollte noch das Gtechniq EXO V2 folgen, was wir Aufgrund der einsetzenden Dämmerung und steigenden Luftfeuchtigkeit haben bleiben lassen, ihr kennt es sicher wenn Abends das Fahrzeugdach anfängt zu beschlagen. Um Risiken zu meiden haben die Zwei das EXO dann am Folgetag verarbeitet.

Finishfotos

Nicht über den Zustand unserer C-Klasse im Hintergrund wundern, der rostet bis zum Nichts - getreu dem aktuellen Werbeslogan :D

Sehr schöne Wahl Chris, kommt richtig gut und das noch ohne das für lecker runde Wasserperlen sorgende EXO.

Umparken und das letzte Tageslicht auf den Sensor der Nikon Knipse fallen lassen...

Ciao CSL, ich werd dich vermissen!

Chris war so nett und schoß nach Gtechniq CSL + EXO noch ein paar Fotos an der Sonne.
Gefällt mir richtig gut, könnte man direkt abholen - wenn man dürfte...

Richtig genialer Tag Chris! Tolles Teamwork, Traumwagen und ein richtig feines Ergebnis! Freu mich schon auf weitere Projekte ;)

Ich hoffe der Bericht und die Fotos gefallen euch, Kommentar unten im Discus-Feld oder via Facebook würde uns freuen. Selbiges bei Fragen, keine Scheu.

Danke und glänzende Grüße aus dem schönen Münsterland,
Jones, alias Johannes

  • Jones

    Die erste Poliermaschine hielt Johannes (Münster) im Jahr 2007 in seinen Händen, die enthusiastische Autopflege ist Hobby und unverzichtbarer Teil sein Lebens geworden. In jungen Jahren wurde Samstags Bundesliga im Radio gehört und nebenbei der 123er Mercedes „gewaschen". Die Liebe zur perfekten Oberfläche begann mit einer Tischler-Lehre, während seiner späteren Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker fand er eine kleine Metabo-Poliermaschine im Lager und ab da war es um ihn geschehen, kaum etwas vor ihm sicher. Vieles selbst erlernt, reichlich Erfahrungen gesammelt, stets Arbeiten & Abläufe verbessert. Vertieft wurde das Ganze durch Internet und dort angetroffenen „Lackfetischisten“, hier entwickelten sich auch Freundschaften und gemeinsame Projekte - das Ergebnis ist dieser Blog.

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