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von Jones vor 3 Jahren am 06.10.2016

VW Polo 6N (Finish Kare 1000P)

Alteisen zum Triebe ausleben

Nen wunderschönen!

Triebe ausleben, zugegebenermaßen hat dies nen gewisses "G'schmĂ€kle", jedoch sind wir hier weder bei Dr. Sommer, noch beim See­len­klemp­ner oder bei Dirk Matthies im Verhör.
Wir Detailer sind schon etwas sonderbar, völlig vernarrt in Glanz & GlĂ€tte, in Lack & Leder, haben mehr Pflegemittel fĂŒr das heilige Automobil wie fĂŒr uns selbst und jenes Fahrzeug genießt teils mehr Aufmerksamkeit als dem Partner oder der Familie lieb ist.
Jedoch gibt es noch die krankhaften Fetischisten, diejenigen denen es nicht verswirlt und zerkratzt genug sein kann. Am besten was kleines, ungepflegtes, betagtes, durch viele genutztes und richtig missbrauchtes schwarzes ...

Matheus, sollst du haben :D

Unser Hamburger Jung Ronny meinte vor Jahren mal: "Die beiden verstehen sich blind. Manchmal zicken sie wie ein altes Ehepaar."
Inzwischen hat es sich bei Matheus und mir eingespielt, dass wir abwechselnd ein Objekt der Begierde aufwerten - bei ihm in Hamm oder (wenn er sich im Ort irrt) in Kaufungen und natĂŒrlich bei mir daheim.
Inzwischen haben wir gemeinsam schon mehreren Kisten zu neuem Glanz verholfen, ein paar davon finden sich hier:

Unser Fuhrpark ist bis auf die Rostlaube (Spötter meinten er wĂŒrde zu oft gewaschen, tzzz) in gutem Zustand und mit Coatings versiegelt, zudem wĂŒnschte sich Matheus ja etwas verlebtes.
Eine Woche zuvor hatte ich dem neuen gebrauchten Polo des Nachbar-Sohnes einem Zahnriemen- und Ölwechsel unterzogen, mit dem KotflĂŒgel auf Augenhöhe springt einem natĂŒrlich auch der desolate Lackzustand ins Auge. Nachbarinio angesprochen, alles klar - Wir haben ein Opferauto!

VW Polo 6N, Baujahr vor 2000 und etwa 87.000km gelaufen. Ideal fĂŒr Studenten, wie Michael.

Felgen mit leicht verdĂŒnntem Sonax Felgenreiniger Plus (4:1) eingenebelt, Reifen und Radhaus bekamen Mequiar's APC - All Purpose Cleaner in der Mischung 1:6.

Die Foam Lance geladen mit 3 PumpenhĂŒben ValetPro SnowFoam Combo2, aufgefĂŒllt mit warmem Wasser.

Eine blutige Angelegenheit mit diesem "Wirkindikator", eine chemische Reaktion mit Eisen. Besonders hirnlosen Mitmenschen kann es garnicht bunt genug sein, sie konsumieren Felgenreiniger als Ersatzdroge "Liquid Ecstasy" - da packst dir an Kopf, oh man...

Unser "Laster" ists Detailing, herrlich diese tief gehende blechbezogene Mysophobie (krankhafter Waschzwang).

Am empfehlenswerten KrÀnzle Hochdruckreiniger (Bericht zur Wartung) sind 100bar an kontinuierlichen Arbeitsdruck eingestellt, mehr ist nicht nötig.

Nach dem Snowfoam wurde der Polo mit Dodo Juice Born To Be Mild gewaschen, da wir auch die TĂŒreinstiege und Kofferraumdeckel vom Schmutz befreiten ists ratsam anschließend mit der Hochdrucklanze gezielt nachzuspĂŒlen.

Felgen wieder ansehnlich, check.

Vorm Polieren ist es immer ratsam dem Wagen mit Lackreinigungsknete von noch anhaftenden Schmutz, Teer oder auch Lacknebel zu befreien - in unserem Fall mit der schÀrferen Magic Clean Rot.

Nass sehen sie alle "gut" aus ...

Ach hÀtten wir nur mit Gelatine gewaschen, trocken schaut es wirklich elendig aus.

Ist der Lack bereits ruiniert, trocknet es sich ganz ungeniert. Waterblade / Silikonlippe schaffen das Gröbste weg.

Er hat es nicht anders gewollt :D


Des Straßenkehrers Waschutensil oder doch ehr die SM-Waschanlagen der Region?

In der Garage ging es dann ans leidige Abgekleben. Dieses mal sollten es keine schnöden Vorher / Nachher Fotos werden.
Kurzerhand dem Hausfrauenplotter ein paar Vektoren vorgegeben und am Polo verklebt.

Und ganz dezent quer ĂŒber die Motorhaube.


Lassen wir die Bilder sprechen ...

Auf der TĂŒr sah es Ă€hnlich aus.


Die Motorhaube unterm bedeckten Himmelszelt.

Und im Lichte der Garagenbeleuchtung.

Als Politur musste diesmal die Scholl S20 Black ran, ĂŒber die Verschlusskappe rege mich gerade wieder auf - absolut mistig zu dosieren. Aber sie scheint hier zu funktionieren, darauf kommt es an. Laut Scholl sei die eine "One-Step"-Politur, kann grob vorbolzen und wenn man sie ewig fĂ€hrt wĂ€hre das Finish entsprechend gut.
Matteus mit der Rupes Duette auf Stufe 6, also Vollgas - ich die Flex 14-2 150 und dem Drehregler zwischen 3-4.

Die kleine Rupes Nano durfte stellenweise auch ran.

Scheint ganz ok zu sein...

Die Politur kann grob vorbolzen, ja - fĂŒrs Finish sollte man dennoch zur feinen Antihologramm-Politur greifen, siehe Schleier auf 4 Uhr.

Angehoben arbeitet es sich leichter.

Oben hui, unten pfui. Matheus sollte auch dieses korrigieren. Ich kĂŒmmerte mich derweil um das Dach.

Den nun folgenden Part bitte einfach ĂŒberlesen....
Da die Lasagne auf mal schwer im Magen lag hatten wir nicht mehr den Elan die vorhin angesprochene und eigentlich sinnige Runde Antiholosauce zu fahren. Die kĂŒnftige Pflege egalisiert das Finish eh binnen weniger Wochen, es ist ein reiner Missbrauchsgegenstand.
Wir stehen ehrlich dazu, optimal ist anders, ja.

Aber hey, im Schatten sah er echt gut aus :D
Somit griffen wir zum altbewĂ€hrten Finish Kare 1000P. Es ĂŒbersteht einschichtig auch nen Winter, ist preiswert, einfach in der Verarbeitung (dĂŒnn auftragen) und zaubert mehr Glanz und GlĂ€tte. Die Schutzwirkung, wie auch Perlenbildung (BeadingBattle Video #4) ist ebenfalls gut. Dies ist inzwischen meine zweite Dose, die Ă€ltere nutze ich fĂŒr Felgen - klare Empfehlung.

FĂŒr Reifen, RadhĂ€user und die Frontlippe unten gab es noch etwas Dressing, Mequiar's HyperDressing (1 Teil Dressing, 5 Teile Wasser). Schaut frisch noch nass aus, verzieht sich aber zĂŒgig zum dezenten Finish. Etwas in einen weichen Auftragsschwamm sprĂŒhen und damit Reifen & Gummilippe behandeln, 2-3 direkte / flĂ€chige SprĂŒher direkt ins Radhaus - gibt einen stimmigeren Gesamteindruck.
Kunststoffe oberhalb von LackflÀchen behandele ich persönlich nur sehr ungern mit Dressings, teilweise laufen sie bei Regen runter - egal wie gut man mit einem Mikrofasertuch nachwischt.

Finish

Nick, Michael's Kater war natĂŒrlich auch wieder da. Diesmal etwas zickig und Fotoscheu, der kleine Moppel...

Einer der Vorbesitzer ĂŒberfuhr möglicherweise mal nen Stop-Schild, also so richtig :D
Haube unten links und die Dachkante oben rechts lassen jenes vermuten.

Nachlackiertes Heck, geile Flakes und einiges ansehnlicher als die TĂŒren.
Aber irgendwas passt nicht so recht. Die Orangenhaut bricht sich merkwĂŒrdig.

Mittig das ac des Nachher-Schriftzuges, oh man. In der Garage ists nicht aufgefallen. Die Scholl S20 (unsere erste Anwendung) holt also ordentlich was an Lack runter.
KĂŒnftige 50/50 werden kĂŒnftig nicht mehr so erstellt. Aber lehrreich fĂŒr diejenigen, die ihr Fahrzeug teilfoliert / beschriftet haben.

Sei's drum, rein in den Feierabend mit nem schönen Kasten Pott's Landbier, Studenten-WÀhrung die immer geht.
DemnÀchst soll bei uns beiden dem Matheus seine Astrid, der silbern spiegelnde Opel Astra G, dran glauben. Das wir ein Fest :)

Bei Fragen, Kritik, Lob oder was ihr sonst so auf dem Detailing-Herzen habt einfach einen Facebook / disqus Kommentar hinterlassen oder via Mail anschreiben, herzlichen!

Bis zum nÀchsten Bericht!

GlĂ€nzende GrĂŒĂŸe aus dem schönen MĂŒnsterland, Jones, alias Johannes

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  • Jones

    Die erste Poliermaschine hielt Johannes (MĂŒnster) im Jahr 2007 in seinen HĂ€nden, die enthusiastische Autopflege ist Hobby und unverzichtbarer Teil sein Lebens geworden. In jungen Jahren wurde Samstags Bundesliga im Radio gehört und nebenbei der 123er Mercedes „gewaschen". Die Liebe zur perfekten OberflĂ€che begann mit einer Tischler-Lehre, wĂ€hrend seiner spĂ€teren Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker fand er eine kleine Metabo-Poliermaschine im Lager und ab da war es um ihn geschehen, kaum etwas vor ihm sicher. Vieles selbst erlernt, reichlich Erfahrungen gesammelt, stets Arbeiten & AblĂ€ufe verbessert. Vertieft wurde das Ganze durch Internet und dort angetroffenen „Lackfetischisten“, hier entwickelten sich auch Freundschaften und gemeinsame Projekte - das Ergebnis ist dieser Blog.

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